Alte Töpfe, alte Zöpfe?

Kochecke: Historie

Alte Töpfe aus Ton, Steingut oder Keramik, alte traditionelle Rezepte und überlieferte Garmethoden sind nicht unbedingt alte Zöpfe. Ganz im Gegenteil.


Keramik als Kulturgut

Kulturhistorische und archäologische Betrachtungen, die sich mit Gefässkeramik wie Tischgeschirr, Kochgeschirr, Trinkgeschirr und zahlreichen Sonderformen befassen, bereichern schon lange das Wissen der Menschen über ihre eigene Evolution und Geschichte.
Überreste in Form von Scherben bei Ausgrabungen, Keramik-Amphoren vom Grund des Meeres sowie bildhafte Darstellungen aus Ton und Keramik regen die Fantasie an und erzählen über das Leben untergegangener Kulturen wie den Kelten, den Phöniziern, den Römern usw.

Die Töpferei, die uralte Technik zur Herstellung von Keramik, bei der Gegenstände aus Ton oder Lehm als Hohlgefäße auf Töpferscheiben geformt, danach getrocknet, dekoriert und in einem Brennofen gebrannt werden, ist seit Jahrtausenden bekannt...


Klassische Töpfe und Topfformen

Töpfe aus Keramik mit oder ohne Henkel, glasiert, verziert, mit glattem Boden, Rand oder Beinen und selbstverständlich mit dem passenden Deckel, gibt es in unendlich vielen Grössen, Formen und Farben.


Wo immer im Topf gekocht, geschmort, gebraten, gesotten oder eingelegt und mariniert wird, haben Nationen, Völker, Stämme und Kulturen den richtigen Topf oder Tiegel, Kessel oder Bottich entwickelt und benutzt.


Katalonien-Netz
Katalonien ist Kochkeramik Alltag

Klassische Topfformen wie der leicht längliche Römertopf, der ovale oder runde Cocotte-Topf oder auch arabische Tajine-Töpfe verfügen über Griffe oder Henkel an Topfschle und Topfdeckel.  Topf-Varianten ohne Henkelgriffe, die schon eher an Schüsseln oder Auflaufformen erinnern, sowie töpfe mit einem Stielgriff (Kasserollen) gehören heute zu den Topf-Klassikern.

Jeder Topf findet seinen Deckel...

Land Das Wort "Topf" in der Landessprache Typische Gerichte aus dem Topf
Frankreich Pot Pot au Feu, Coq au Vin, Boeuf Bourgignon
Spanien Olla Cocido madrileño, Zarzuela, Paella, Arroz Negro
Portugal Pote Caldeirada, Feijoada, Piri Piri
Italien Pentola Suppen wie Minestrone oder Zuppa alla Valdostana, Pasta-Gerichte, Risotto
Griechenland kataopola Kritharaki, Moussaka, Oxtapodi Stifado
Grossbritannien Pot Porridge, Pies & Puddings
Niederlande Pot Stamppot, Erwtensoep
Arabien Choderra Tajine, Couscous
Baltikum: Lettland, Litauen, Estland Pods Baltic Shii, Hapukapsabors
Polen Garnek  
Russland Gorschok Borschtsch
Ungarn Fazék Gulasch
Grönland   Ulisimali

Kochen in Keramik

Tipps zum Kochen in Keramik, egal ob Kochen, Schmoren, Backen, Grillen, dünsten, gratinieren oder andere Garmethoden in Keramik-Geschirrr.

Die Zubereitung in Kochkeramik oder Steingut bringt Speisen wieder echten unverfälschten Geschmack, wahres Aroma und den Liebhabern traditioneller Küche den Spass am Genuss beim Essen zurück.

Keramik für heisse Gerichte
Keramik-Geschirr, vor allem Kochkeramik für Back-Ofen, Crean-Herde, Induktionsherde, zum Garen in Heissluft, im Grill oder zum erhitzen von Speisen in der Mikrowelle und selbst Koch-Keramiktöpfe für offene Glut und Feuer halten grosse Hitze problemlos aus. Heisse Kochkeramik verträgt allerdings keine plötzlichen Temperatur-Unterschiede.

Langsam erhitzen, langsam abkühlen - Den Braten im Keramik-Kochtopf mit kaltem Wein oder mit kaltem Wasser ablöschen ist nicht ratsam, da es zu Rissen, Abplatzen oder zum Springen (Auseinanderbrechen) des Kochgeschirrs kommen kann.

Keramik für kalte Gerichte
Keramik für kalte Gerichte, vor allem die klassische Tischkeramik (Esskeramik) aus Teller, Unterteller, Tasse, Becher, aber auch Krüge, Salzstreuer, Butterdosen, Schalen und Förmchen ist meist nicht so stark hitzebeständig wie Keramik zum Heissgaren, dafür meist zierliche und fast immer auch verziert, gefärbt, bemalt oder glasiert.

Hier gilt Vorsicht bei Temperatur-Schwankungen ebenfalls. In die Schüssel, die man soeben aus dem Kühlschrank genommen hat, sollte man keine heissen Flüssigkeiten oder Speisen einfüllen.

Der richtige Umgang

Scherben bringen Glück - am meisten wohl für Hersteller und Händler von Kochkeramik-Produkten.

Bruchfeste Kochkeramik ist bisher nicht bekannt - Vorsicht also mit dem wertvollen Geschirr, mit Töpfen, Schüsseln und Schalen, in denen sich so wunderbar kochen und garen lässt. Sanfte Behandlung, ab und an etwas Feuchtigkeit, keine Temperatur-Schocks und keinerlei aggressive Chemie - damit hat man die Grundregeln für die Benutzung von Kochkeramik verstanden.

Keramik reinigen

Keramik-Töpfe, vor allem Schmortöpfe, Fondue-, Raclette- oder Auflaufformen aus feuerfester Keramik haben häufig Gebrauchsspuren, vor allem am oberen Rand.

Dort, wo Saucenreste oder Käse, Bratrückstände und angebackene Speisen dunkle Ränder erzeugen und in die Keramik eingebrannt wirken, genügt fast immer wenig warmes Wasser zum Reinigen. Spülmittel und Haushaltschemie gehören keinesfalls in Kochkeramik!

Das Säubern erfolgt bei stärkeren Verschmutzungen nach ausgiebigem Einweichen. Häufig zum gleichen Zweck genutzte Keramik-Gegenstände wie Ragout-Fin-Förmchen oder andere Auflaufformen, Gratin-Schälchen etc. können nach dem Auswaschen und Trocknen an der Innenseite auch mit einem öligen Tuch (Oliven- oder Sonnenblumenöl) eingerieben werden.